BI Fauststraße90: Informationstag am 8.10.2022

Zahlreiche Informationen und dazu ein Höhenvergleich

Stadtrat Dirk Höpner (München-Liste), Ex-Stadtrat und Mitglied im Bezirksausschuss Trudering-Riem, Herbert Danner (Bündnis90/Die Grünen) – beide lehnen mit ihren Parteien und Bündnispartnern die geplante Bebauung ab – , und zahlreiche Anwohner und Bürger von nah und fern informierten sich rund um die umstrittenen Baupläne für das Grundstücks an der Fauststraße 90 in der Grenzkolonie Trudering. Für die Besucher gab es einen USB-Stick mit Infos zur Chronik des Grundstücks und den Warnungen vor einer Wohnbebauung durch das ZDF-Wissenschaftsmagazin.

Eingeladen hatte die seit 2017 aktive Bürgerinitiative Fauststrasse90 – Hände weg vom Landschaftsschutzgebiet, die sich für die Unversehrtheit der ökologisch wertvollen Grünfläche im Landschafts- und Wasserschutzgebiet und für eine sinnvolle Nutzung der bestehenden Freizeitanlage einsetzt. Höhepunkt waren zwei rote Ballons, die den Höhenunterschied zwischen dem mit 5,00 m höchstem Gebäude der Freizeitanlage und den bis zu 13,70 m hohen geplanten sieben Gebäuden samt Aufbau markierten.

Irreparable Umweltschäden und Gefahren für Kinder

Nicht die Bauverhinderung sei ihr Anliegen, betonte die Initiative, sondern die Vermeidung von Klimaschädigung und von Natur- und Artenzerstörung im Landschafts- und Wasserschutzgebiet, das bebaut werden soll. Allein durch die notwendige Fällung etlicher Bäume seien irreparable Umweltschäden unvermeidbar. Die Anwohner wehren sich auch gegen die drohenden Gefahren für Kinder und Radler durch Zuspitzung des Verkehrs in den engen Wohnstraßen rund um die ohnehin schmale Fauststraße. Zudem werde die sinnvolle Nutzung der bestehenden Freizeitanlage für die Vermittlung von Umweltthemen, Stichwort Grünes Klassenzimmer, für  Soziales und für sportliche Aktivitäten für Jung und Alt angestrebt. Auch Vereine und Gruppen wie etwa die an der Fauststraße notdürftig in einem Bauwagen untergebrachten Pfadfinder könnten hier eine Bleibe finden.

Planungsreferat lehnte Jahrzehntelang bis 2014 ab und warnte Stadträte

Die Initiative stützt sich vor allem auf die jahrzehntelange Ablehnung von Bauanfragen aus Naturschutzgründen durch das Referat für Stadtordnung und Bauplanung und auf deren Befunde. Denn nach Angaben des Referats ist die Grünfläche nicht nur am Bannwald im Landschafts- und Wasserschutzgebiet gelegen, sondern auch Teil eines klimatisch wertvollen Grünzugs. Stadträte wurden darauf hingewiesen und eine Bebauung abgeraten.

Eine Mehrheit im Stadtrat und im Bezirksausschuss Trudering-Riem ist dennoch dafür.

Der Eigentümer hat die Fläche 2012 erworben und plant mit Unterstützung der Stadtratsmehrheit den Bau von sieben mehrstöckigen Wohngebäuden für rund 200 Personen und einer Tiefgarage für über 100 Autos. Für den Bau müsste aber die Grünfläche vollends umgepflügt und Sträucher, Gehölze und Bäume im Schutzgebiet gefällt werden. Vom Eigentümer versprochen wurde dem Stadtrat der Bau einer ökologischen Mustersiedlung, allerdings ohne dies zu konkretisieren und die vielfältigen zerstörerischen Wirkungen der neuen Siedlung auf Natur und Umwelt im Landschafts- und Wasserschutzgebiet zu nennen. Bereits 2016 wurde vom Eigentümer ohne Genehmigung die rund 100 Meter lange üppige Hecke gefällt. Seit dem Auszug der Asylbewerber 2016 hat der Eigentümer die Anlage für die Öffentlichkeit gesperrt. Eine seit langem geforderte Versiegelungsbilanz legte der Eigentümer Anfang 2021vor. Allerdings wich die zugunsten des Investors erfolgte Erfassung der Flächen und die Bewertung ganz erheblich von den üblichen Amtsvorgaben ab.

 

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