Eggarten: Siegerentwurf als Grundlage für eine Mustersiedlung

Die Eggarten-Siedlung im Münchner Norden soll zu einem urbanen Wohnviertel mit Modellcharakter werden.

Der Planungsausschuss des Stadtrats hat den Ergebnissen eines städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerbs zugestimmt und das Referat für Stadtplanung und Bauordnung mit den nächsten Schritten im Bebauungsplanverfahren beauftragt.
Der Siegerentwurf, auf dem die weiteren Planungen aufbauen, stammt vom Studio Wessendorf gemeinsam mit dem Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, beide aus Berlin. Teilgenommen hatten 14 Architekturbüros in Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitektinnen.
Die Gebäude des neuen Quartiers sollen sich um kleine grüne Höfe und Plätze gruppieren, deren Anordnung sich an der heutigen Struktur des aktuell nur sehr locker bebauten Eggartens orientiert. Punktuell erreichen die Häuser eine Höhe von bis zu zwölf Geschossen, eine Vielzahl der heute dort wachsenden Bäume wird stehen bleiben.

Das neue Stadtviertel, das von den Gleisen des DB-Nordrings, der Lassallestraße, der Wilhelmine-Reichard-Straße und der Bahnlinie zwischen Nordring und Feldmoching begrenzt wird, soll weitgehend autofrei gestaltet werden, die Fahrzeuge sollen in Quartiersgaragen am Rand unterkommen. Neben den Wohnungen und den öffentlichen und privaten Grünflächen sind Flächen für Einzelhandel und Dienstleistungen eingeplant. Es soll sieben Kindertagesstätten geben und eine fünfzügige Grundschule nach dem Lernhaus-Konzept. Dazu kommen ein Flexi-Heim und betreute Wohngemeinschaften, Gemeinschaftsräume, Gästeappartements und Coworking-Spaces, die das innovative Konzept für dieses Modellquartier abrunden.

Am Bau der Häuser sollen auch Genossenschaften mitwirken. Der Stadtrat hat das Planungsreferat zudem beauftragt, im Bebauungsplanverfahren ein energetisches Fachgutachten zu erarbeiten. Ziel ist, ein in der Jahresbilanz energieneutrales und im Betrieb CO2-neutrales Stadtquartier zu realisieren. Diese Expertise war zuvor, ohne genaue Kenntnis des Planungskonzepts, noch nicht möglich gewesen. Das Ergebnis soll ein belastbares Energiekonzept sein, das dem Stadtrat zu einem späteren Zeitpunkt vorgelegt wird. Die Investorinnen haben grundsätzlich ihre Bereitschaft zur Umsetzung erklärt.

Sie erarbeiten zudem derzeit eine Charta, um den Modellcharakter des neuen Stadtquartiers mit bis zu 2.000 neuen Wohnungen über die Qualitäten des städtebaulichen Entwurfs hinaus dauerhaft festzuschreiben.

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